Traffic Metrics – Page Views, Visitors & Visits

By | 9. Februar 2012

Mehrere Artikel verweisen jetzt schon auf ein Thema, das meiner bescheidenen Meinung nach zu wenig erörtert wird: Page Views, Visits und Unique Visitors.

Page Views, Visits und Unique Visitors sind die Metriken, die für traffic variables zur Verfügung stehen. Unique Visitors gibt es dabei in mehreren Varianten: Daily, Weekly, Monthly, manchmal sogar Quarterly and Yearly.

Page Views

Page Views sind unter vielen Namen bekannt: Hits, Instances, Impressions. Allen gemein ist, daß sie eine simple Aktion zählen, meist das Laden einer Webseite in einen Browser.

Meist benutzt werden Page Views, wenn man ermitteln will, welche Seite am häufigsten angesehen wurde. Das könnte zum Beispiel ein Artikel auf einem Nachrichtenportal sein (der mit den meisten Page Views wäre dann der populärste Artikel), eine Webseite über ein Produkt oder eine Homepage.

Darüberhinaus sind Page Views eigentlich nicht sonderlich relevant.

Insbesondere sollte man Page Views nicht als Metrik heranziehen, wenn man Funnels untersuchen will oder ob eine Landingpage gut funktioniert. Im ersteren Fall sind Success Events das Mittel der Wahl, weil sich diese hinterher mit eVars segmentieren lassen. Für den zweiten Fall verwendet man ebenfalls Success Events, die man erstens mit dem Tracking Code segmentieren und zweitens deduplizieren kann.

Klicktracking ist in SiteCatalyst insofern anders, als der dabei benutzte s.tl Call keinen Page View auslöst!

Unique Visitors

Gleich vorweg: Unique Visitors sind keine Besucher.

Ein Großteil der aktuellen Webanalyse Lösungen identifiziert Visitors mithilfe von Cookies. Weil das in Deutschland ein emotional aufgeladenes Thema ist komme ich darauf nochmal gesondert zurück. Hier sei nur gesagt, daß der Cookie eine anonyme visitor ID enthält, und daß jedes Endgerät, jeder Browser Cookies separat speichert, ich also auf meinem Laptop alleine schon mindestens 3 Visitors sein kann und auf meinem Telefon nochmal 2.

Angenommen der Browser akzeptiert keine Cookies. Was macht SiteCatalyst dann?

Es gibt ein paar Alternativen, die je nach Einstellung der s.mobile Variable in verschiedener Reihenfolge probiert werden.

  1. HTTP Headers – SiteCatalyst sieht sich alle HTTP Header an und sucht nach Merkmalen, über die man eine (anonyme) visitor ID berechnen könnte. In den Anfangszeiten der Mobiltelefonie wurde bei manchen Providern zum Beispiel die Telefonnummer in einem HTTP Header mitgeliefert. Heutzutage ist oft ein Proxy im Spiel und die Header enthalten die eigentliche IP Adresse.
  2. IP address & HTTP User-Agent – Der HTTP User-Agent Header enthält im Prinzip den Namen des Browsers, teilweise angereichert mit Informationen über installierte Plugins und Versionen. SiteCatalyst benutzt den Header und die IP Adresse und berechnet daraus wiederum eine (anonyme) visitor ID.

Wenn s.mobile gesetzt ist (z.B. s.mobile=“1″), werden erst die HTTP Headers analysiert und dann falls nötig auf IP Adresse und HTP User-Agent zurückgegriffen. Ist s.mobile nicht gesetzt, nimmt SiteCatalyst direkt IP Adresse und HTTP Header und ignoriert andere HTTP Header.

So viel zu den technischen Hintergründen.

Wer wissen will, wieviele seiner Visitors Cookies akzeptieren, der kann sich den Site Metrics > Visitors > Daily Unique Visitors Report ansehen und dann den „Persistent Cookies“ Filter anschalten.

[Screenshot]

Daily Unique Visitors mit Persistent Cookies Filter

Über die Unique Visitors Metriken wird es noch einen Artikel geben, da gibt es noch viel zu sagen.

SiteCatalyst 15 kennt neben den Daily, Weekly, Monthly, Quarterly und yearly Unique Visitors noch eine neue Metrik, kurz Unique Visitors. Das sind die Unique Visitors für den Zeitraum des Berichtes. Wenn ich am Samstag und Sonntag meine Site besuche, sehe ich jeweils einen Daily UV. In SiteCatalyst 15 wäre ich 1 UV, wenn ich mir den Bericht für dieses Wochenende ansehe.

In SiteCatalyst 15 gibt es außerdem ein neues Konzept namens „Cross-Device Tracking“, das es ermöglicht, Success Events auch geräteübergreifend zu segmentieren, solange sich die Benutzer einloggen oder sonstwie identifizieren lassen.

Visits

Ein Visit ist, wenn ein Visitor mehrere Seiten einer Website ansieht oder auf der Site andere Aktionen ausführt. Der Visit endet, wenn der Visitor 30 Minuten lang nichts getan hat.

Es ist technisch schwierig bis unmöglich herauszufinden, wann ein Browserfenster geschlossen wird, daher die Lösung mit dem Timeout. Die 30 Minuten sind dabei der aktuelle Industriestandard. Bei manchen Tools kann man den Timeout einstellen, bei SiteCatalyst nicht

Es ist übrigens auch unmöglich festzustellen, ob eine geladene Seite tatsächlich angesehen wurde und wie lange. Oft genug lädt mein Browser eine Webseite, die ich mir dann später ansehe, z.B. weil ich gerade am Telefon bin.

Alleine deswegen sind Analysen die auf Visits basieren immer mit Vorsicht zu genießen. Für eine spezifische Website mag das funktionieren oder auch nicht, je nach Publikum und Zweck der Site. Facebook sollte sich zum Beispiel weniger um Visits Gedanken machen als beispielsweise Amazon.

Visits werden in SiteCatalyst nur für die Visitors gezählt, die Cookies akzeptieren. Es kann also vorkommen, daß man mehr Visitors als Visits angezeigt bekommt. In SiteCatalyst 15 wurde das angepaßt und Visits werden jetzt auch für die Visitors gezählt, die Cookies nicht akzeptieren.

Das bedeutet, daß bei der Migration von 14 nach 15 die Visits Metrik einen kleinen Sprung macht. Wer Calculate Metrics benutzt die „/ Visit“ enthalten  (z.B. eine Conversion Rate per Visit) muß wissen, daß diese Metriken mit der Migration nach unten gehen werden. Wie groß die Änderung sein wird findet man wiederum über den Daily Unique Visitors Report heraus wie oben beschrieben.

Das soll für heute erstmal reichen aber es wird sicher nicht der letzte Artikel zum Thema sein.