Unified Calculated Metrics – Übersicht

By | 6. Dezember 2016

Unified Calculated Metrics – Übersicht

Es gibt mal wieder eine Miniserie! Diesmal geht es um die „unified calculated metrics“, die im Jahr 2014 die klassischen calculated metrics abgelöst hatten. Die neuen unified calculated metrics sind zu den calculated metrics, was ein Albert Einstein zu einer Nacktschnecke ist, daher liegt es nahe, ein wenig genauer hinzusehen.

Fangen wir mal ganz allgemein an.

Es gibt mittlerweile einen Calculated Metric Builder, in dem man neue Metriken anlegen und existierende editieren kann. Dazu gibt es den Calculated Metric Manager, mit dem man z.B. Metriken mit anderen Benutzern teilen kann.

Insbesondere der Calculated Metric Builder hat mit dem alten Popup nichts mehr zu tun. Mehr Funktionalität, mehr Komplexität.

Die Onlinehilfe schlägt einen 8-Punkte Calculated Metrics Workflow für Analysten vor:

  • Planung — Use Cases und Definition der Metriken
  • Kreation — die Arbeit im CMB
  • Taggen — CMs mit Tags versehen zwecks Organisation
  • Approval — CMs offiziel approven, sie sozusagen „offiziell“ machen
  • Anwenden — CMs in Reports einsetzen
  • Teilen — Die neuen CMs mit Nutzern teilen
  • Filtern — Im Auswahldialog CMs nach bestimmten Kriterien ausfiltern
  • Favoriten verwalten — CMs als Favoriten markieren zwecks Organisation

Die Schritte 1, 3, 4, 5, 6, 7 & 8 halte ich für technisch nicht so anspruchsvoll, deswegen lassen wir sie hier mal weg. Das soll nicht bedeuten, dass diese Schritte unwichtig sind!

Ohne Planung können Calculated Metrics selten über einzelne Mitarbeiter hinaus ihr volles Potential entfalten. Tags und Favoriten dienen als Orientierungshilfen im Datenwald. Approval und Teilen von CMs sorgen für Standards, worauf wiederum Verständnis, Kommunikation und Vertrauen aufbauen.

Trotzdem möchte ich mich auf die technischen Aspekte der neuen Unified Calculated Metrics konzentrieren. Das ist nämlich auch alleine schon genug Stoff.

Metric Type & Allocation

Wer eine neue Metrik baut, und darin eine bestehende Metrik benutzt, muss sich entscheiden, wie genau die bestehende Metrik benutzt werden soll.

[Screenshot]

Metric Type & Allocation

Bzw. wer sich nicht explizit entscheidet, der bekommt als Default eine „Standard“ Metrik.

Im Gegensatz dazu nimmt eine CM, die als „Total“ definiert ist die Summe für alle Werte über den Zeitraum des Reports.

Was?

Beispiel gefällig?

Die „Visits“ Metrik in einem Pages Report ist eine „Standard“ Metrik. Sie zeigt fïr jede Seite im Report, wieviele Visits die Seite im Zeitraum (z.B. Novermber 2016) hatte.

Die „Total Visits“ Metrik hingegen würde für jede Zeile im Pages Report immer die gleiche Zahl zeigen, nämlich die Summe aller Visits im Zeitraum.

Das ist praktisch als Grundlage für andere CMs, z.B. für den Pages Report eine CM „Page Views / Total Page Views“.

[Screenshot]

PVs per Total PVs

Funktionen

Ganz neu bei den unified calculated metrics ist, dass man neben den Grundrechenarten auch Funktionen für die Berechnung einsetzen kann.

Wo früher „PDF Downloads / Registrations“ das Mass der Dinge war, gibt es heute z.B. „Z-Score(Visits, false)“.

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Z-Score

Ich muss ja ganz ehrlich zugeben, dass ein Grossteil der angebotenen Funktionen ein statistisches Grundwissen voraussetzt, das ich schlicht nicht habe. Die Statistikklausur im Studium war open books, und wir hatten damals „selbstaufschlagende Bücher“, d.h. das Buch zur Vorlesung wurde über Generationen weitergereicht und war schon so eingespielt, dass es an der richtigen Stelle aufklappte, man also nur zur Klausur musste, nicht zur Vorlesung.

Die Hilfe bringt einen ganzen Haufen Informationen zu den Basic Functions & Advanced Functions mit.

Grundsätzlich teilen sich die Funktionen in „table functions“ (solche, die in jeder Zeile des Reports den gleichen Wert liefern) und „row functions“ (bei denen in jeder Zeile ein anderer Wert stehen kann).

Beispiele für table functions sind „Count()“, „Mean()“, „Median()“, oder „Percentile()“. Man benutzt diese Funktionen ein wenig wie man früher die „Totals“ Metriken benutzt hat, also meisten wenn man für eine Zeile wissen will, wie sie im Vergleich dasteht.

Ganz einfaches Beispiel: Wenn ich wissen will, wie gross der Anteil aller Visits pro Sektion meiner Site ist, dann muss ich dafür die Visits auf die Sektion durch die Anzahl aller Visits teilen, also durch „SUM(Visits)“.

Ein anderes Beispiel hatte meine Kollegin Marisa in „Classifications mal anders“ beschrieben, unter anderem mit der „Percentile()“ Funktion.

Und dann teilen sich die Funktionen noch in „Basic Functions“ und „Advanced Functions“. Letztere beinhalten Dinge wie „Quadratic regression: Correlation coefficient“ und viele andere.

Brets Karten

Zur Vorstellung der unified calculated metrics beim Summit 2015 hatte Bret Gundersen, Product Manager für Analytics, kleine Kärtchen gedruckt mit ein paar sinnvollen Metriken.

Brets Karten - New Visitors

Brets Karten – New Visitors

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Brets Karten – New Visitors Rückseite

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Brets Karten – Weighted Bounce Rate

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Brets Karten – Weighted Bounce Rate Rückseite

Der nächste Beitrag in dieser Miniserie wird diese Kärtchen aufgreifen und erklären, was die jeweiligen Metriken aussagen sollen und wie man sie baut.

Wer selber interessante CMs benutzt ist herzlich eingeladen, mitzuwirken!

Notizen

Spassig: Man kann bestehende CMs in der Definition einer neuen CM benutzen. Wenn man das tut, dann sieht man in der Definition allerdings nicht die benutzte CM, sondern die Definition der benutzten CM.

Vorteil: Es gibt keinen impliziten Link zwischen den CMs, man kann also beide unabhängig voneinander bearbeiten und benutzen.

Nachteil: Manchmal wäre Vererbung praktisch.

Und für die Automatisierer unter Euch: Es gibt eine API für die Calculated Metrics.

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